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Schmerz beim Tier II

Hannah F. aus Valldemossa fragt:

Ich habe Ihren Artikel über Schmerzen beim Tier gelesen und da ich keinerlei Erfahrungen mit Tieren habe, würde ich gerne wissen, wie ich denn feststellen kann, ob ein Tier Schmerzen hat? Möglicherweise begegne ich ja mal einem kranken oder verletzten Tier!

 

Liebe Hannah!


Eine pauschale Beschreibung zum Verhalten von Tieren, die Schmerzen haben, kann ich Ihnen leider nicht geben. Ein krankes Kaninchen wird sich bestimmt anders verhalten als eine leidende Katze. Es gibt aber einige allgemeine und objektive Kriterien, die bei Tieren auf Schmerzen hinweisen, so dass auch Unerfahrene die Verhaltensweisen einordnen können.

Normalerweise sind die ersten Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt, wenn ein Tier weniger frisst und/oder trinkt oder die Futteraufnahme sogar vollkommen einstellt. Gleichzeitig ist häufig die Aktivität des Tieres herabgesetzt, es ist apathisch und schläft viel. Es kommt aber auch vor, gerade bei starken Schmerzen, dass die Tiere kaum mehr schlafen und sich in eine Ruhelosigkeit hineinsteigern. Schmerzäußerungen, wie wir sie von uns Menschen kennen, werden wir allerdings bei den Tieren kaum vorfinden. In der Regel leiden sie still. Sie hören auf, sich zu pflegen, haben oft ein struppiges Fell und ziehen sich immer mehr zurück. Die Ohren hängen nach unten oder sind angelegt, die Augen verlieren den Glanz, das Tier vermittelt den Eindruck, als ob es vor sich hin starrt. Je nach Zustand kann man auch Zittern, Keuchen oder Zuckungen beobachten. Liegt ein starker Schmerz im Bauchbereich vor, liegen oder stehen die Tiere oft gekrümmt oder in „betender“ Stellung. Sind abgegrenzte Bereiche am Körper betroffen, wie beispielsweise ein Gelenk, wird das Tier die Stelle belecken, benagen oder daran herumpicken. Es kommt vor, dass höchstgradig schmerzende Körperteile sogar abgefressen werden. Überhaupt sind abnormale Körperhaltungen und/oder abnormale Bewegungsabläufe meistens ein Hinweis auf Schmerzzustände.

Wenn man sich einem Tier zuwendet, das Schmerzen hat, sieht man oft, dass der schmerzende Körperteil versteckt wird. Besonders Katzen neigen zu diesem Verhalten. Untersucht man so ein Tier, ist äußerste Vorsicht geboten. Berührt man eine schmerzende Region, führt das meist zur Lautäußerungen wie Wimmern oder Heulen, aber auch Fauchen oder Knurren. Erfolgt die Berührung unvermittelt, kann dies bei allen Tieren Aggressionsverhalten und heftige Abwehrbewegungen wie Kratzen, Beißen oder Treten auslösen.

Es ist für einen Laien sicherlich nicht einfach zu beurteilen, Hannah, ob ein bestimmtes Verhalten eines Tieres im Zusammenhang mit Schmerzen besteht. Und noch schwieriger ist es ein offensichtliches Schmerzverhalten auch einzustufen. Da wir aber heutzutage wissen, dass Tiere Schmerzen ganz ähnlich empfinden wie wir auch, kann ich Ihnen nur empfehlen, entscheiden Sie im Zweifelsfall zugunsten des Tieres!