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Tetanuserkrankung

Klaus S. aus Palma fragt:

Wir haben einen jungen Yorkshire Terrier und wollten ihn neulich gegen Tetanus impfen lassen. Der Tierarzt hat uns alle möglichen Impfungen empfohlen, meinte aber, Tetanus sei für den Hund nicht wichtig. Von Deutschland wissen wir aber, dass eine jährliche Tetanusimpfung auch bei Hunden üblich ist.

 

Lieber Klaus!


Ich glaube, dass Sie zwei unterschiedliche Impfungen bzw. Krankheiten miteinander verwechseln. Eine aktuelle Tetanusimpfung sollte jeder Hundebesitzer haben, eine jährliche Tollwutimpfung ist für den Hund üblich.
Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung. Menschen und Huftiere sind für diese Bakterien sehr empfänglich. Auch Wiederkäuer können an Tetanus erkranken. Fleischfresser wie Hunde und Katzen hingegen sind gegenüber dieser Infektion äußerst unempfindlich. Beim Krankheitserreger handelt es sich um ein Bakterium namens „Clostridium tetani“. Dieses Bakterium ist "obligat anaerob", d.h. es kann sich nur in einer Umgebung vermehren, in der kein Sauerstoff vorkommt. Die Sporen sind ausgesprochen resistent und überleben jahrelang in der Umwelt. Tetanuserreger sind im Erdreich, Wasser und Straßenstaub weit verbreitet und kommen als natürlicher Bestandteil in der menschlichen und tierischen Darm- und Hautflora vor. Häufige Eintrittspforte in den Körper sind verschmutzte Kleinverletzungen. Der Erreger vermehrt sich am Eintrittsort und setzt dabei im Körper einen Giftstoff frei. Dieses Bakteriengift oder „Toxin“ gelangt entweder über die Blutbahn oder entlang von Nervenbahnen ins Gehirn. Nach einer Inkubationszeit, die von 3 Tagen bis zu 2 Monaten dauern kann, beginnen unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Mattigkeit, Schweißausbrüche und Muskelschmerzen. Es kommt sehr bald zur Kieferklemme mit dem sog. „Risus sardonicus“, ein Gesichtskrampf, der dem Betroffenen einen hämisch grinsenden Gesichtsausdruck aufzwingt. Es folgen weitere, meist sehr schmerzhafte Krämpfe und Lähmungserscheinungen, die dramatische Ausmaße bis hin zum Atemstillstand annehmen können. Aufgrund der konsequenten Durchimpfung der Bevölkerung ist die Krankheit in Mitteleuropa bei Menschen sehr selten geworden. Da Hunde und Katzen für diese Krankheit ausgesprochen unempfänglich sind, kommt eine Tetanuserkrankung auch bei diesen Spezies nur in sehr seltenen Fällen vor. Daher erübrigt sich bei Hunden und Katzen eine routinemäßige, vorbeugende Impfung.
Wir haben in den letzten sieben Jahren in der Eurotierklinik fünf Fälle von Tetanus diagnostiziert. Davon waren 4 Hunde und 1 Katze betroffen. In allen Fällen begann die Krankheit mit unspezifischen Symptomen. Es entwickelten sich nach kurzer Zeit absolut vergleichbare Krankheitsbilder wie beim Menschen und die Diagnose konnte anhand des klinischen Beschwerdebildes gestellt werden. Da es weder bei Menschen noch Tieren eine Therapie des bereits wirksamen Tetanustoxins gibt, muss man sich bei der Behandlung auf die Linderung der Krankheitssymptome beschränken. Allerdings kann weder bei Mensch noch Tier eine Heilung vorausgesagt werden.
Also :
• Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob Ihre Tetanusimpfung aktuell ist oder aufgefrischt werden
muss.
• Wenn Sie Pferdebesitzer sind, erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, ob Ihr Pferd eine
korrekte Tetanusimmunisierung hat.
• Vertrauen Sie Ihrem Tierarzt, wenn er Sie berät, welche Impfungen für Ihren Yorki sinnvoll
und wichtig sind. Achten Sie auf die richtigen Impfabstände und evtl. notwendige
Wiederholungsimpfungen. Und denken Sie daran. daß die jährliche Tollwutimpfung für
Hunde hier gesetzlich vorgeschrieben ist.