Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Erfolgsstory!
Zahlreiche namhafte Modehersteller wie H&M, ESPRIT, Zara, C&A, Tchibo, Calvin Klein, Hugo Boss und andere sind nach Gesprächen mit PETA aus dem Angora-Geschäft ausgestiegen – und es folgen mehr.
mehr erfahren


Neurologiosche Staupe

Stefan Q. aus Deutschland fragt:

Wir haben einen Hund aus dem Tierheim in Mallorca gerettet und nach Hause nach Deutschland mitgenommen. Jetzt liegt er in der Tierklinik und ist todkrank. Er ist teilweise gelähmt, sieht kaum noch etwas und hat Anfälle. Man tippt auf Staupe. Was meinen Sie, hat er Chancen?

 

Lieber Stefan!


Das kann ich Ihnen ohne eine genaue Kenntnis des Falls nicht beantworten. Eine infektiöse Gehirnentzündung durch das Staupevirus kann zweifellos solche Symptome hervorrufen, wie Sie sie beschreiben. Diese Viren gehören zur den Morbilliviren und sind eng mit dem Erreger der Masern verwandt. Wird ein Hund infiziert, kommt es auf die Fähigkeit seines Immunsystems an, ob er erkrankt oder nicht. Ist das Abwehrsystem in der Lage, neutralisierende Antikörper zu bilden, erkrankt das Tier nicht. Ist die Immunantwort unzureichend, kommt es zum Ausbruch der Krankheit.
Es fängt immer mit hohem Fieber, Appetitverlust und Apathie an. Je nachdem, welche Organe von den Viren befallen werden, zeigt sich dann ein unterschiedlicher Krankheitsverlauf. Die häufigste Form ist der Befall des Magen-Darmtrakts mit den typischen Symptomen wie Durchfall und Erbrechen. Auch Erkrankungen des Atmungsapparats mit Husten, Schnupfen und Atmungsproblemen sind sehr häufig. Bleibt es bei diesen Formen von Symptomen, ist eine adäquate tierärztliche Behandlung oftmals erfolgversprechend und prognostisch recht günstig.
Leider kann das Virus aber auch das zentrale Nervensystem, sprich das Gehirn, befallen und die Krankheitszeichen auslösen, die Sie mir oben beschrieben haben. Schädigungen des Rückenmarks, des Sehnervs und der Netzhaut sowie Ausfälle von Gehirnnerven sind als Folgen der neurologischen Form der Staupe wohlbekannt und auch gefürchtet. Die Prognose in diesen Fällen ist wesentlich ungünstiger und endet nicht selten mit dem Tod des Tieres. Bleibt zu hoffen, dass Ihr Hund ein starkes Immunsystem und somit einen milderen Verlauf der Infektion zu erwarten hat.