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Nasengänge Katze

Melissa W. aus Illetas fragt:

Unsere Perserkatze hat schon ewig lange Schnupfen. Sie ist von klein auf gegen Katzenschnupfen geimpft und wurde regelmäßig tierärztlich untersucht. Aber diese Nieserei bekommen wir nicht in den Griff. Sie hat jetzt schon mehrmals Antibiotika bekommen, sowie auch Nasenspray und schleimlösende Medikamente. Sie niest immer wieder, oft tränen die Augen. Wie könnte man denn außerdem noch behandeln?

 

Liebe Melissa!


Eine Behandlung richtet sich immer nach der Diagnose. Wenn die Katze gegen die gängigen Schnupfenerreger geimpft ist und Antibiotika nicht helfen, hat sie möglicherweise gar keine virale oder bakterielle Infektion. Eine chronische Rhinitis mit Niesen und Nasenausfluss kann auch andere Ursachen haben. Wenn es ein älteres Tier ist, könnten beispielsweise abgebrochene Backenzähne eine Rolle spielen. Bricht der sichtbare Teil des Zahnes ab, steckt meistens die schadhafte und in der Regel infizierte Wurzel noch im Kieferknochen. Mit der Zeit kapselt der Körper diesen Infektionsherd ab und es entsteht ein Abszess. Dieser kann sich in Richtung Nasengang ausbreiten und die beschriebenen Symptome verursachen. Eine andere Möglichkeit wären gutartige intranasale Wucherungen, so genannte Polypen oder auch bösartige Tumoren. Das kommt leider nicht selten vor. Auch Fremdkörper im Nasengang sind keine Seltenheit. Besonders Grannen und Grassamen setzen sich häufig in der Nasenschleimhaut fest und können vom Tier nicht selbstständig entfernt werden. Nicht zuletzt sind Pilzerkrankungen zu erwähnen. Pilze in den Nasengängen sind zwar kein alltäglicher Befund, aber bei chronischen Erkrankungen muss durchaus daran gedacht werden. Es gibt die so genannte Kryptokokkose, eine Hefepilzinfektion, die allerdings eher in den Tropen zuhause ist, als in Europa und die feline Aspergillose. Bei Perserkatzen haben Aspergillen eine gute Chance, sich in den Nasenhöhlen zu verbreiten. Durch die Deformation der Luftwege bei dieser kurznasigen Rasse, kommt es zu Störungen in der lokalen Luftzirkulation und Schleimelimination, was dem Pilz dazu verhilft, sich festzusetzen. Niesen, Nasenausfluss, Augentränen bis hin zu Nasenbluten und Appetitverlust können die Anzeichen einer Aspergillose sein. Oft sieht man bei bildgebenden Verfahren flüssigkeitsgefüllte Nebenhöhlen bei den betroffenen Patienten. Auch die endoskopische Untersuchung der Nasengänge kann Aufschluss bringen. Beides würde ich Ihnen jedenfalls als nächsten diagnostischen Schritt empfehlen.