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Kastration Meerschweinchen

Rosa Ä. aus Binissalem fragt:

Wir haben ein Pärchen Meerschweinchen bekommen. Da wir keinen Nachwuchs möchten, wollten wir Sie fragen wie wir vorgehen sollen. Werden die Männchen kastriert oder die Weibchen sterilisiert?

 

Liebe Rosa!


Gleich vorneweg: Man kastriert die Männchen. Als Kastration wird die operative Entfernung der Keimdrüsen bezeichnet, beim Männchen die Hoden, beim Weibchen die Eierstöcke. Eine Sterilisation ist die Unfruchtbarmachung ohne Entfernung der Drüsen, was in der Tiermedizin eine sehr untergeordnete Bedeutung hat. Das Entfernen der Hoden ist – vor allem beim Meerschweinchen – der kleinere und risikoärmere Eingriff, verglichen mit der Kastration des Weibchens.
Der ideale Zeitpunkt zur Kastration eines Meerschweinchenbocks wäre im Alter von ca. einem halben Jahr. Die Tiere sind dann ausgewachsen und die hormonelle Entwicklung ist abgeschlossen. Leider lässt sich das aber meistens nicht realisieren, da die Tiere schon wesentlich früher ihre Geschlechtsreife erlangt haben und fortpflanzungsfähig sind. Außerdem können selbst die kastrierten Böcke noch mindestens sechs Wochen lang zeugungsfähige Spermien absondern, die in den Samenleitern gelagert wurden. Will man also ganz sicher gehen, empfiehlt sich die Frühkastration, d. h. die Operation vor dem Eintritt der Geschlechtsreife.
Die Kastration wird unter Vollnarkose durchgeführt. Leider sind Meerschweinchen ausgesprochen narkosesensible Wesen, das heißt der Eingriff ist relativ aufwändig. Hat der Bock die ausreichende Narkosetiefe erreicht, wird der Hodensack eröffnet und die Testikel samt Fettkörper werden abgebunden und entfernt. Je nach Methode wird die Wunde danach verschlossen oder nur zusammengepresst.
Auch die postoperative Versorgung ist beim Meerschweinchen aufwändiger als bei manch anderen Spezies. Zum einen gibt es häufig Fadenunverträglichkeiten, zum anderen besteht – durch das spezielle Harn- und Kotabsatzverhalten dieser Tiere – ein erhöhtes Infektionsrisiko. In beiden Fällen kommt es zu Wundheilungsstörungen, die sich meistens in hartnäckigen so genannten Kastrationsabszessen manifestieren.
Trotz allem ist die Kastration eines Meerschweinchenbocks eine Routineoperation und bei Paarhaltung die einzige Möglichkeit, eine Fortpflanzung dauerhaft zu verhindern.