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Wellensittiche, artgerechte Haltung

Ralph W. aus Palma fragt:

Ich möchte mir gerne einen
Wellensittich anschaffen. Da ich noch nie Vögel hatte, möchte ich Sie bitten, mir einige Tipps zu geben. Was muss ich beispielsweise beim Kauf beachten? Sind Wellensittiche krankheitsanfällig? Und was sind die wesentlichen Unterschiede zu einem Säugetier als Haustier?

 

Lieber Ralph!



Als allererstes möchte ich Sie bitten, sich mindestens (!) gleichzeitig zwei Wellensittiche anzuschaffen, denn ein einzelner Wellensittich wäre sicherlich unglücklich, unabhängig davon, wie viel Zeit Sie mit ihm verbringen. Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) gehört zu den papageienartigen Vögeln, zu den Psittacidae. Seine Heimat ist Australien. Er ist ein ausgesprochener Schwarmvogel und Koloniebrüter, der dementsprechend eine sehr gesellige Lebensweise hat.

Wenn Sie sich beim Händler oder Züchter die Vögel aussuchen, nehmen Sie sich etwas Zeit und betrachten Sie den Käfig über längere Zeit aus einiger Entfernung. Ein gesunder Vogel ist lebhaft interessiert an den Vorgängen in seiner Umgebung. Wellensittiche kommunizieren ständig miteinander: Sie „unterhalten“ sich angeregt oder beschäftigen sich anderweitig mit ihren Mitbewohnern, beispielsweise durch Gefiederpflege. Im Käfig ist ständig Bewegung, Gehüpfe und Geflatter. Beobachten Sie genau, und entscheiden Sie sich keinesfalls für einen vermeintlich „zahmen“ Vogel, der aufgeplustert und teilnahmslos alleine in einer Ecke oder gar auf dem Käfigboden sitzt. Das sind oft deutliche Anzeichen für eine Erkrankung. Auch angestrengte Atmung und das Wippen mit dem Schwanz sind kein gutes Zeichen.

Wellensittiche sind nicht sehr krankheitsanfällig und bei artgerechter Haltung sogar ziemlich robuste Vögel. Wenn Sie sich für Ihre Vögel entschieden haben, betrachten Sie sie noch einmal genau, bevor sie im Transportkarton „verschwinden“. Das Gefieder sollte eng anliegend sein, die Augen klar und leuchtend. Auch am Schnabelansatz sollten keine Federn abstehen. Das Schnabelhorn muss gesund und glänzend aussehen, auf keinen Fall dürfen schwammartige Beläge im Schnabelwinkel oder um die Augen erkennbar sein. Achten Sie auf verschmutztes Gefieder im Kopfbereich oder um die Kloake. Das sind häufig Anzeichen für Kropfentzündungen und Durchfälle. Die Ohren sind seitlich am Kopf, ohne Ohrmuschel, angelegt und normalerweise vollständig vom Gefieder bedeckt. Ist eine Ohröffnung auffallend erkennbar, liegt vielleicht eine Entzündung vor. Fassen Sie ruhig mit dem Finger „Ihre“ Vögel einmal an. Wenn Sie deutlich den Brustbeinkamm beim Betasten des großen Brustmuskels fühlen, dann liegt möglicherweise eine Unterernährung vor.

Ist mit den Tieren, die Sie sich ausgesucht haben, alles in Ordnung, dann sollten Sie sich als nächstes noch kurz mit der Auswahl der zukünftigen Behausung befassen. Der Käfig sollte gerade Wände haben und länger sein als hoch. Er muss leicht zu reinigen sein und die Anbringung von Sitzstangen und Futternäpfen muss zweckmäßig sein. Die Näpfe sollten z. B. nicht in Kotfallrichtung hängen. Die Größe ist natürlich von der Anzahl der Vögel abhängig. Auch für einen Wellensittich ist „Freiflug“ schön, aber wichtiger für diese Vögel ist der soziale Kontakt zu Artgenossen.

Sie fragen mich, Ralph, nach den wesentlichen Unterschieden zu Säugetieren. Es gibt natürlich viele besondere Merkmale, die den Vogel deutlich unterscheiden. Dazu gehören beispielsweise die leichten, mit Luft gefüllten Knochen, die das Fliegen ermöglichen. Ebenso unterscheidet sich ihr Atmungssystem von dem der Säugetiere. Vögel haben eine volumenkonstante Lunge und ventilieren mittels mehrerer „Luftsäcke“ im Körper, die mit den Knochen und mit den Organen direkt in Verbindung stehen. Auch das dient der Flugfähigkeit.

Aber letztendlich spielt das bei der Haltung keine Rolle. Zur Vorbeugung und Vermeidung von Krankheiten und nicht zuletzt zur Lebensfreude von Tier und Halter ist es wichtig, dass Sie Ihren Tieren viel Liebe und eine artgerechte Haltung zukommen lassen.