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Fehlernährung von Papageien

Frieder H. aus Ses Salines fragt:

Unserem alten Graupapagei ist irgendwie ein Nasenloch zugewachsen. Ist das etwas Schlimmes?

 

Lieber Frieder!


Möglicherweise leidet Ihr Papagei unter einem chronischen Mangel an Vitamin A. In diesen Fällen sieht man nämlich häufig die Pfropfbildung aus abgestorbenem Gewebe und Abfallprodukten in den Nasenlöchern.
Leider sind die meisten Vogelhalter, insbesondere von Papageienvögeln, immer noch nicht genügend informiert, wie die adäquate Ernährung dieser Spezies zusammengesetzt sein sollte.
Die Basis der meisten Vogelfutter besteht nach wie vor aus einer Körnermischung, in der in der Regel Sonnenblumenkerne, Mais, Hafer, Hirse und andere Samen vorkommen. Leider fehlen in dieser Grundnahrung essentielle Nährstoffe wie Vitamin A, D3, B6, B12 und Selen, um nur die wichtigsten zu nennen. Solche Körner sind proteinarm und viel zu fett für diese Vögel. Außerdem sind abgepackte Mischungen nicht selten mit Giftstoffen (sog. Aflatoxinen) verunreinigt, die mit der Zeit ernsthafte Leberprobleme verursachen.
Aber auch diejenigen Vogelhalter, die eine Körner-Grundmischung mit allen möglichen anderen "Leckereien" versehen, können dem Problem nicht ausweichen, dass bei einem derartig gearteten Nahrungsangebot die Vögel sich aussuchen können, was ihnen schmeckt und den Rest entweder liegenlassen oder kurzerhand auf den Käfigboden befördern. Leider ist es bei den Vögeln so ähnlich wie bei uns Menschen: was gut schmeckt, ist selten der Gesundheit förderlich!
Papageien werden sehr alt. Eine Fehlernährung über einen längeren Zeitraum führt zu Mangelerscheinungen, die den Alterungsprozess beschleunigen. Was man zunächst bemerkt sind Veränderungen an Federkleid, Schnabel, Krallen, Stimme, Verhalten oder eben, was Sie beschreiben, Frieder, an den Nasenlöchern. Austrocknung und mangelnde Gewebeelastizität fallen später auf, wenn das Allgemeinbefinden in Mitleidenschaft gezogen wird. Verdauungsstörungen und Infektionsanfälligkeiten wie z .B. gegenüber Pilzen (Aspergillose!) sind gängige Sekundärerkrankungen. Wenn aber Nieren und Leber bereits stark verändert sind, ist es oft zu spät zum Handeln.
Eine ausgewogene Ernährung – möglichst von Anfang an – verhindert diese Auswirkungen. 50 % der Nahrung sollte aus einem Trockenfutter hoher Qualität bestehen. Im Handel sind Pellets, die den Ernährungsgewohnheiten der Vögel entsprechend in verschiedene Formen und Farben gepresst werden. Die Pellets enthalten Obst, Gemüse, Cerealien, Mineralien, Vitamine und andere Stoffe in bestimmten Mengenverhältnissen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Egal, welches Pellets sich der Vogel aussucht, es enthält immer die identischen Inhaltsstoffe. Die anderen 50 % sollten frisches Obst und Gemüse sein – ein kleiner Anteil an "Leckereien" wie Frischkäse, Joghurt, Gemüsekeime, Brot, Kekse oder Nudeln darf natürlich auch dabei sein. Strikt verboten sind: Avocado (für alle Vögel giftig!), Schokolade, Salz, Frischmilch, Alkohol und kohlesäurehaltige Getränke.
Es dürfte nicht immer leicht sein, einen alten Vogel in seinen Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Aber mit ein paar Tricks und ein wenig Geduld wird es gelingen. Und es wird sich mit Sicherheit lohnen!