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Artgerechte Meerschweinchenhaltung

Karin M. aus Portocristo fragt:

Wir möchten unserer Tochter gerne ein Haustier schenken. Ist ein Meerschweinchen als "Einstieg" geeignet? Was denken Sie?

 

Liebe Karin!


Ich gebe Ihnen gerne einige Informationen über Meerschweinchen und deren Haltung, aber ob es sich als Gefährte für Ihr Kind eignet, kann ich Ihnen so nicht beantworten. Zu allererst kommt es natürlich darauf an, wie alt Ihre Tochter ist. Für Kleinkinder sind Meerschweinchen überhaupt nicht geeignet, denn diese Tiere mögen es nicht, wenn man sie auf den Arm nimmt und mit ihnen "kuschelt". Zwar sind sie neugierig und können sehr zahm werden, aber in erster Linie gehören sie zu den Fluchttieren und würden es nicht genießen, als "Kinderspielzeug" zu fungieren. Sind die Kinder alt genug, dass sie Gefühle, Bedürfnisse und Nöte eines Tiers erfassen können, könnte ein Meerschweinchen aber durchaus zum geliebten Kameraden werden.

Meerschweinchen gehören zu den Nagetieren und sind somit Pflanzenfresser. Sie leben ursprünglich gesellig in den Grassteppen Südamerikas. In ihren Herkunftsländern werden Meerschweinchen übrigens als Nahrungsmittel genutzt. Es gibt spezielle Züchtungen, die durch Intensivmast zur Fleischproduktion herangezogen werden. Unsere Hausmeerschweinchen sind etwas kleiner als die Wildform und kommen heutzutage in unglaublich vielen verschiedenen Farb- und Fellvarianten vor. Die Tiere können bis zu acht Jahre alt werden und mehrmals im Jahr bis zu vier, bei der Geburt schon voll entwickelte Jungtiere auf die Welt bringen.

Ihre Haltung als Haustier ist nicht besonders aufwändig oder anspruchsvoll, aber einige Grundregeln sollten bei der Versorgung und Pflege der Tiere beachtet werden. Es gilt bei natürlicherweise gesellig lebenden Tieren immer der Grundsatz, dass die Einzelhaltung nicht artgerecht ist. Es sollten mindestens zwei Tiere gleichzeitig angeschafft werden. Der Mensch ist aus der Meerschweinchensicht gesehen kein gleichwertiger Partner, sondern ein tolerierter "Außenstehender", der das Futter bringt! Die Tiere genießen die Körpernähe zum Besitzer keinesfalls, sie dulden sie im Bestfall oder verfallen in eine Art "Angststarre", wenn sie hochgenommen werden. Die eigentliche Freude bei der Haltung dieser Nager liegt daher eher darin, sie in ihrem lebhaften und oftmals drolligen Verhalten untereinander zu beobachten. Meerschweinchen werden nicht "stubenrein" und brauchen als Steppentiere viel Auslauf. Sie sind sehr hitzeempfindlich. Bei mangelnder Hygiene entwickelt sich im Gehege schnell ein strenger Geruch, was bei der Wohnungshaltung bedacht werden muss. Man sollte die Tiere mehrmals täglich füttern, wobei auf Gemüse und Grünfutterbeigaben geachtet werden sollte. Heu muss als Grundnahrungsmittel immer vorhanden sein.

Überlegen Sie, Karin, ob Ihre Tochter charakterlich schon so weit ist, dass sie sich relativ selbstständig um die Versorgung der Meerschweinchen kümmern könnte. Wenn Sie der Meinung sind, dass dies zutrifft und Ihr Kind vor allem auch Spaß und Liebe mit diesen Tierchen verbinden könnte, dann spricht nichts gegen die Anschaffung der hübschen Nagetiere. Aber natürlich haben Sie als Eltern in jedem Falle die Verantwortung, dass es den Tieren dauerhaft gut geht. Man darf von Kindern nicht erwarten, dass alles immer "perfekt" läuft und nichts vergessen wird. Daher sollten Sie immer ein "wachsames Auge" auf alle Ihre Schützlinge haben.