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Infektiöse Anämie der Katze (Hämobartonellose)

Gitte M. aus Orient fragt:

Bei unserer ältesten Katze wurden Blutparasiten (Hämobartonellen) festgestellt. Haben Sie mit dieser Krankheit Erfahrung und ist das ansteckend für unsere anderen Katzen?

 

Liebe Gitte!


Die "Hämobartonellose" oder synonym "Feline Infektiöse Anämie" ist eine infektiöse Erkrankung, die bei uns relativ häufig vorkommt. Der Erreger ist ein innerhalb der roten Blutkörperchen ( = Erythrozyten) lebendes Bakterium aus der Familie der Rickettsien. Diese Bakterien gelangen entweder durch blutsaugende Parasiten in den Katzenkörper oder werden beispielsweise durch Kratz- oder Bissverletzungen direkt übertragen.

Normalerweise werden eindringende Erreger durch das körpereigene Abwehrsystem erfolgreich bekämpft. Ist aber der Infektionsdruck sehr hoch, d. h. wird der Körper von zu vielen dieser Bakterien überschwemmt oder ist das Immunsystem der Katze geschwächt, beispielsweise durch andere Krankheiten oder bei sehr alten Tieren, können sich die Rickettsien manifestieren und vermehren. Die befallenen roten Blutkörperchen werden vom Immunsystem bekämpft und aus dem Blutkreislauf entfernt. Je mehr Erythrozyten befallen sind, desto mehr werden eliminiert. Die Katze wird "blutarm" oder "anämisch". Die Schleimhäute werden immer blasser, das Tier wird immer schwächer. Fieberschübe und Austrocknung kommen dazu. Im fortgeschrittenen Stadium tritt auch Gelbsucht auf.

Die Diagnose ist nicht immer einfach. Die Infektion kann chronisch verlaufen, ohne eindeutige Anzeichen einer infektiösen Anämie. Oder andere Krankheiten, wie beispielsweise eine bereits bestehende Leukose, verschleiern die Symptome. Hämobartonellen können von Katzenbabies sogar mit auf die Welt gebracht werden. Solche Tiere sterben oft bevor der Erreger überhaupt entdeckt werden konnte.

Die Bekämpfung der Infektion erfolgt mit Antibiotika. Es stehen nur wenige Medikamente zur Verfügung, die wirksam eingesetzt werden können. Je nach Schweregrad und Stadium muss die Therapie mit Kortison begleitet werden, um das Abwehrsystem des Körpers zu beruhigen. In weit fortgeschrittenen Fällen können meist nur noch initiale Bluttransfusionen helfen. Die Medikation erfolgt in der Regel über drei Wochen. Eine überstandene Hämobartonellose, Gitte, bedeutet aber leider nicht, dass die Gefahr einer Neuerkrankung gebannt ist. Bei Stress oder auftretender Immunschwäche kann eine Neuinfektion jederzeit wieder auftreten.