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Leukose II

Dieter S. aus Llucmajor fragt:

Bei unseren jungen Katzen wurde Katzenleukose festgestellt. Was bedeutet das für uns und wie kann man therapeutisch vorgehen?

 

Lieber Dieter!


Katzenleukose ist der allgemein gängige Begriff für die weltweit vorkommende Infektion von Katzen mit dem felinen Leukämievirus (= FeLV). Das Virus wurde erst 1964 entdeckt, man geht aber heute davon aus, dass es schon vor Jahrmillionen bei Katzenartigen vorgekommen ist. FeLV zählt zur Gruppe der so genannten Retroviren und verursacht bei befallenen Tieren Blutarmut, Tumorbildung und/oder eine Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems. Das Virus wird über den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen. Besonders Jungtiere sind empfänglich. Auch eine Infektion im Mutterleib ist möglich.

Manche Katzen sind jahrelang Träger des Virus, ohne Krankheitszeichen zu entwickeln. Zeigen sich Symptome, sind es meistens die gängigen Anzeichen verschiedener Infektionskrankheiten wie Mattigkeit, Fieber und Appetitlosigkeit. Im weiteren Verlauf werden die Gesundheitsschädigungen aber immer schwerwiegender. Es kommt zur Anschwellung der Körperlymphknoten und chronische, schlecht heilende Wunden, vor allem im Maulhöhlenbereich, treten auf. Zahnfleischentzündung, anhaltender Schnupfen und Durchfälle sind die häufigsten Begleiterscheinungen der Katzenleukose. Mit der Zeit stellt sich auch eine Anämie – also eine Blutarmut – ein. Die Entwicklung von Tumoren im Zusammenhang von FeLV-Infektionen ist zwar seltener, aber durchaus bekannt. Nieren-, Gelenk- und Nervenentzündungen bis hin zu Lähmungen sind vor allem in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit zu erwarten. Man geht erfahrungsgemäß davon aus, dass Katzen vom ersten Ausbruch der Krankheit an noch eine Lebenserwartung von 3 bis 5 Jahre haben.
Manche Tiere überwinden die Infektion mit Hilfe ihres eigenen Abwehrsystems. Daher sollte bei gesund erscheinenden Katzen nicht darauf verzichtet werden, den Bluttest nach einigen Wochen zu wiederholen. Ansonsten gilt die viral bedingte Katzenleukose als unheilbar.

Auf Ihre Frage, Dieter, was die festgestellte Infektion für Sie bedeutet, möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben. Beobachten Sie Ihre Tiere gut. Bei jeder Auffälligkeit sollten Sie Ihren Tierarzt zu Rate ziehen. Regelmäßige Untersuchungen, auch Blutuntersuchungen, sind wichtig. Alle Symptome von Sekundärinfektionen sollten umgehend behandelt werden. Stressarme Haltung und hochwertiges Futter erhöhen die Abwehr. Wenn Sie andere Haustiere haben, vermeiden Sie, dass sich die FeLV-positiven Katzen evtl. an kranken Mitbewohnern anstecken könnten. Achten Sie auf regelmäßige Parasitenbehandlung und beobachten Sie, ob eine jährliche Schutzimpfung gegen Katzenschnupfen- und -seuche ausreicht. Wiegen Sie die Katzen regelmäßig, um erste Anzeichen einer fortgeschrittenen Infektion nicht zu übersehen.

Wenn Sie die Tiere mit einer begleitenden Therapie unterstützen möchten, so steht uns seit einigen Jahren ein – leider sehr teures – felines Interferon zur Verfügung. Dieser Immunmodulator bewirkt eine Verbesserung der klinischen Symptome und somit auch des Wohlbefindens der betroffenen Patienten. Das Medikament ist arm an Nebenwirkungen und hilft in den meisten Fällen, die Überlebenszeit um einiges zu verlängern.