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Katzenschnupfen II

Florian F. aus Villafranca fragt:


Mein Kater, ein Freigänger, hat jetzt seit über 4 Wochen Schnupfen und es tritt überhaupt keine Besserung ein. Ganz im Gegenteil, die Erkältung wird immer schlimmer. Man sagt doch – zumindest beim Menschen – dass ein Schnupfen höchstens 14 Tage dauert. Ist das bei Katzen anders?

 

Lieber Florian!


Ja, bei Katzen ist das anders.
Beim Menschen ist ein Schnupfen meistens das erste Anzeichen für eine Erkältung. Auslöser sind Viren, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie siedeln sich auf der Nasenschleimhaut an und lassen diese anschwellen. Die Nase läuft, man muss niesen, das Atmen wird schwerer. Wenn sich keine schlimmere Infektion dazugesellt, ist ein Schnupfen fast immer harmlos. In der Regel verschwindet er nach einigen Tagen von selbst.
Dagegen ist „Katzenschnupfen“ (= Rhinotracheitis) leider nicht so harmlos, wie der Name vermuten lässt. Es handelt sich dabei um eine Infektion der gesamten oberen Atemwege, die im Wesentlichen durch zwei Viren verursacht wird und weltweit vorkommt.
Zum einen handelt es sich bei den Erregern um ein Herpesvirus, nämlich um das feline Herpes-Virus Typ 1 (= FHV1), und zum anderen um das feline Calicivirus (= FCV). Beim Kontakt mit einem infizierten Tier dringen die Viren über den Nasenraum in die Rachenhöhle und die oberen Luftwege ein. Dabei sind, wie fast immer bei Virusinfektionen, junge Tiere mit unausgereiftem Immunsystem oder ältere Tiere in Stresssituationen besonders gefährdet. Zunächst kommt es, wie beim „Menschenschnupfen“, zu Niesen und meist klarem Nasenausfluss. Je nach Ausbreitung der Infektion können tränende Augen dazukommen. In diesem Stadium sind die Tiere in der Regel gesundheitlich noch nicht sehr eingeschränkt. Manche Tiere erholen sich jetzt und müssen auch nicht weiter tierärztlich behandelt werden. Allerdings bleiben oft Viren im Körper zurück und führen dazu, dass solche Katzen je nach Immunlage immer wieder neu erkranken können und auch latente Ansteckungsquellen für Artgenossen sind.
Bei den meisten Katzen schreitet die Erkrankung aber fort. Nasen- und Augenausfluss werden dickflüssig und eitrig. Die Nasennebenhöhlen entzünden sich und die Katze leidet unter Halsschmerzen. Geschwürige Gewebeeinschmelzungen an Zungenrändern und im Gaumen verursachen Schmerzen. Die Kopflymphknoten schwellen an. Die Tiere verweigern die Wasser- und Nahrungsaufnahme. Sie werden immer schwächer. Jetzt haben auch Bakterien ein leichtes Spiel, den kranken Körper zu besiedeln. Fieber und Lungenentzündungen sind die Folge, auch Brechen und Durchfall können hinzukommen. Werden solche Tiere nicht behandelt, sterben sie an den Folgen des „Katzenschnupfens“.
Wenn die Katze rechtzeitig zum Tierarzt gebracht wird, kann dieser in den meisten Fällen therapeutisch erfolgreich eingreifen. Zwar kann er die Viren nicht medikamentell abtöten, aber er kann dem köpereigenen Immunsystem „auf die Sprünge“ helfen. Mit therapeutischen Maßnahmen wie z. B. Rehydratation durch Infusionstherapie, Offenhalten der oberen Atemwege und Antibiotika gegen bakterielle Superinfektionen kann er dem Tier helfen, die Erkrankung zu überwinden. Aber auch in diesem Fall kann der Krankheitsverlauf langwierig sein. Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen und Geschwüre der Augenhornhaut sind häufig zu beobachten. Geschwüre in der Maulhöhle schränken oft über lange Zeit die Nahrungsaufnahme ein. Die Caliciviren können außerdem Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen, die therapeutisch überhaupt nicht zu beeinflussen sind.
Inzwischen gibt es jedoch gegen die Viren der Rhinotracheitis (= Katzenschnupfen) sowie auch gegen Chlamydien (eine Bakterienart, die am Katzenschnupfen beteiligt sein kann) hochwirksame Impfstoffe. Ab der 8. Lebenswoche sind die Katzenwelpen impffähig. Die Erstimpfung wird nach 4 Wochen wiederholt und danach genügt jährlich eine einmalige Impfung, um die Katzen gegen jene Viren zu schützen, die die Infektionen der oberen Atemwege auslösen. Auch wenn sich eine Ansteckung mit Katzenschnupfen durch die Schutzimpfung nicht immer vollständig vermeiden lässt, so schwächt der Impfstoff die Intensität der Infektion bei befallenen Katzen deutlich ab.
Einem Katzenschnupfen, Florian, sollte man nicht allzu lange zusehen. Die besten Erfolgsaussichten hat man, wenn schon bei den ersten Krankheitszeichen eine tierärztliche Untersuchung und Behandlung stattfindet.
Den optimalen Schutz gegen diese Krankheit bieten eine gute Gesundheitsvorsorge, eine jährliche Durchuntersuchung und die Schutzimpfung der Katze