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Staupe

Hans S. aus Cala Radjada fragt:

Was ist MOKIJO für eine Krankheit?

 

Lieber Hans!


"Moquillo" ist das spanische Wort für die Hundestaupe. Dabei handelt es sich um eine gefährliche und gefürchtete Viruserkrankung, die auf der ganzen Welt vorkommt und für die betroffenen Tiere oft tödlich endet. Außer Hundeartigen (Hunde, Wölfe, Füchse usw.) sind auch Kleinbären (Waschbären, Pandabären, Nasenbären usw.), Marderartige (Marder, Frettchen, Wiesel usw.), Robben und manche Großkatzen für das Virus empfänglich. Ein angestecktes Tier erkrankt innerhalb von 6 Tagen und bleibt ungefähr 8 Tage lang über seine Körperausscheidungen ansteckend. Obwohl das Virus mit dem menschlichen Mumpserreger engstens verwandt ist, ist die Staupe für den Menschen ungefährlich.

Bei uns im Mittelmeerraum ist die Krankheit, insbesondere unter Hundewelpen, weit verbreitet. Sie tritt in vier verschiedenen Formen auf, die bei einem Tier auch gemischt vorkommen können. Bei der gastrointestinalen Form der Staupe stehen die Krankheitszeichen Durchfall und Erbrechen im Vordergrund. Mitunter sind die Symptome so heftig, dass Welpen oder sehr alte Hunde rasch austrocknen und in kürzester Zeit versterben. Die respiratorisch-katharralische Form geht mit der Infektion der Luftwege einher. Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Bindehautentzündung sind Leitsymptome. Der Nasenspiegel ist meistens verkrustet und der Husten von eitrig-blutigem Auswurf begleitet. Eine gefürchtete Komplikation bei dieser Staupeform ist die Ausbreitung der Infektion in die Lunge und ins zentrale Nervensystem. Gelangt der Erreger ins Gehirn, sprechen wir von der nervösen Staupe. Sie zeigt sich in allen möglichen zentralnervösen Störungen, wie Lahmheiten, Lähmungen, epileptiformen Anfällen oder sogar in Verblödung. Tritt die nervöse Form der Staupe ohne vorherige gastrointestinale oder respiratorische Störung auf – was allerdings selten vorkommt – ist die Diagnose sehr schwierig. Die vierte und seltenste Form der Staupe nennt sich Hartballenform, besser bekannt unter dem englischen Terminus "hard pad diesease". Meistens als Spätfolge der Magen-Darmform bilden sich auf der Nase und an den Pfotenballen der Hunde tiefe Risse und Furchen, die von einer übermäßigen Hornhautbildung begleitet werden.

Leider gibt es kein antivirales Medikament, mit dem wir das Staupevirus bekämpfen können. Ist ein Tier infiziert und erkrankt, beschränkt sich die Behandlung auf eine die Vitalfunktionen und das Immunsystem unterstützende Therapie. Leider tragen überlebende Tiere aber oftmals gravierende Spätschäden davon. So z. B. Zahnschmelzdefekte bei Welpen, die die Krankheit vor dem Zahnwechsel durchgemacht haben. Diese Hunde entwickeln das so genannte "Staupegebiss" mit dauerhaft braun verfärbten Zähnen, die lebenslang höchstgradig infektionsanfällig bleiben. Auch bleibende Organschäden an Herz, Lunge oder Verdauungsapparat sind bekannt.

Der einzig wirksame Schutz gegen die Hundestaupe, Hans, ist die vorbeugende und lückenlose Schutzimpfung. Zwei Wiederholungsimpfungen innerhalb eines Monats zu Beginn und – in unseren Breiten – eine jährliche Auffrischung bis ins hohe Alter bieten eine ausreichende Abwehr. Bei gefährdeten Welpen empfiehlt es sich sogar, schon in der 6. Lebenswoche mit der Schutzimpfung zu beginnen und diese bis zum 3. Lebensmonat dreimalig zu wiederholen.