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Staupe, Krankheitsverlauf

Ottfried K. aus Illetas fragt:

Wir haben einen Hundewelpen aus dem Tierheim geholt. Der Hund erschien uns anfangs kerngesund, aber jetzt ist er schon fast 10 Tage wegen Staupe beim Tierarzt in stationärer Behandlung. Kommt so etwas öfter vor?

 

Lieber Ottfried!


Die Staupe ist eine bekannte und sehr gefürchtete Krankheit. Sie kommt nicht nur bei unseren Haushunden vor, sondern auch bei anderen Hundeartigen wie z. B. Füchsen und bei Marderartigen wie Mardern, Frettchen oder Wieseln. Sogar Waschbären können an Staupe erkranken. Die Krankheit wird durch die Infektion mit einem Virus verursacht, das zur selben Virusfamilie wie das menschliche Mumps-Virus gehört.
Die Ansteckung erfolgt sowohl von Tier zu Tier als auch über die Umgebung, in der sich infizierte Tiere aufhalten, also z. B. beim Waldspaziergang oder in dicht besetzten Tierheimen.
Zirka 8 Tage nach erfolgter Ansteckung (= Inkubationszeit) zeigt der Hund die ersten Krankheitssymptome wie hohes Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Danach kann die Staupe unterschiedlich verlaufen. Bei der gastrointestinalen Verlaufsform erkrankt der Magendarmtrakt und es kommt zu heftigen wässrigen bis blutigen Durchfällen und Erbrechen. In diesem Stadium ist die Infektion oft nicht von anderen Virusinfektionen des Welpen, wie z. B. Parvovirose oder Coronavirose, zu unterscheiden. Die Therapie erfolgt symptomatisch, das heißt, verlorene Flüssigkeit wird per Dauertropfinfusion ersetzt, Antibiotika werden zur Vorbeugung gegen bakterielle Zusatzinfektionen und immunstimulierende Medikamente zur Stärkung des Abwehrsystems verabreicht. Überlebt der Hund die Darmform der Staupe, entwickelt sich manchmal nach einiger Zeit eine übermäßige Hornhautbildung an den Ballen und auch auf dem Nasenrücken. Man spricht von der so genannten „hard pad disease“.
Die respiratorische Form der Staupe geht mit einer Erkrankung der Atemwege einher. Nasenausfluss, verkrustete Augenränder, trockener Husten und oft auch Lungenentzündung sind die Leitsymptome. Auch hier kann nur begleitend behandelt werden, da es kein antivirales Staupemedikament gibt. Der Krankheitsverlauf kann sehr schwer und langwierig sein. Der Ausgang einer Staupeinfektion ist immer ungewiss. Die Infektion der Augen kann bis zur Erblindung führen und der langwierige Verlauf kann in einem Kreislaufzusammenbruch enden.
Die am meisten gefürchtete Komplikation ist die nervöse Form der Staupe. Das Virus verursacht hierbei eine Infektion des Gehirns und der Nerven des Tieres. Durch die Folgen der Gehirnschädigung endet diese Form immer tödlich.
Übersteht ein Welpe die Staupeinfektion, können dennoch Spätschäden auftreten. Bekannt ist das so genannte „Staupegebiss“. Durch die Infektion werden Störungen in der Zahnschmelzbildung verursacht, die nach dem Zahnwechsel zu bleibenden braunen Verfärbungen der Zähne führen. Aber auch Schäden am Verdauungsapparat oder an Herz und Lunge kommen vor.
Das einzig wirksame Medikament gegen Staupe, Ottfried, ist die vorbeugende Schutzimpfung! Sie bietet optimalen Schutz vor dem Virus, wenn der Impfplan korrekt erfüllt wird.