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Parvovirose

Susanne W. aus Stuttgart fragt:

Die Eltern meiner Freundin haben einen kleinen Hund aus Mallorca mitgebracht. Der ist sehr schlimm krank geworden und gestern an "Parvo" gestorben. Können Sie mir sagen, was das für eine Krankheit ist?

 

Liebe Susanne!


Das mit dem kleinen Hund tut mir leid, das ist eine traurige Geschichte.
"Parvo" ist eine Abkürzung für die Infektionskrankheit "Parvovirose". Es ist eine hochgradig ansteckende und akut verlaufende Viruserkrankung von Hunden. Mit dem Kot infizierter Hunde werden große Mengen des hochinfektiösen Erregers ausgeschieden. Das Virus ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent und auch gegen viele handelsübliche Desinfektionsmittel unempfindlich. Bei Raumtemperatur kann es bis zu einem Jahr überleben. Parvo-Viren können nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände auf andere Hunde übertragen werden. Im Prinzip können alle ungeimpften Hunde an Parvovirose erkranken, gefährlich ist die Krankheit jedoch insbesondere für Welpen.
Das Virus tritt über die Schleimhäute in den Körper ein. Nach 4 bis 10 Tagen, der so genannten "Inkubationszeit", treten die ersten Krankheitszeichen auf. Die Welpen wollen nicht mehr fressen, sind matt und entwickeln Fieber. Innerhalb der nächsten 12 Stunden beginnen sie zu erbrechen. Als nächstes stellen sich heftige Durchfälle ein, die nach kurzer Zeit blutig werden und kaum zu behandeln sind. Der Körper hat keine Möglichkeiten mehr, Nährstoffe oder Flüssigkeit aufzunehmen. Die Tiere werden durch die Auszehrung stündlich schwächer. Im Blut sinken die weißen Blutkörperchen drastisch. Das körpereigene Abwehrsystem bricht zusammen und krank machende Bakterien siedeln sich zusätzlich an. Bei schweren Verläufen tritt der Tod nach zwei bis vier Tagen ein. Es kann sogar passieren, dass sehr junge Hunde so schnell sterben, dass sich Brechdurchfall erst gar nicht entwickeln konnte. Das kommt vor, wenn das Virus den Herzmuskel befällt und Herz-Kreislaufversagen auslöst.
Die tierärztliche Behandlung ist immer ein Wettrennen mit der Zeit. Wir versuchen, unter Einhaltung von strengsten Hygienemaßnahmen, die Hunde durch Infusionen zu stabilisieren. Der Patient bekommt außerdem Antibiotika, um bakterielle Sekundärinfektionen zu vermeiden, und entzündungshemmende Medikamente, um den Magen-Darmtrakt zu beruhigen. Auch Antikörperseren zur Bekämpfung des Virusantigens sind auf dem Markt. Letztendlich aber führen auch die intensivsten Behandlungsversuche nicht immer zum Erfolg. Viel versprechend allerdings ist ein Medikament, das uns seit kurzem zur Verfügung steht, nämlich das so genannte Interferon. Leider ist es für den routinemäßigen Gebrauch in der Tiermedizin noch viel zu teuer.
Die wirksamste Maßnahme gegen die Parvovirose ist nach wie vor die vorbeugende Schutzimpfung. Solange die Welpen gesäugt werden, nehmen sie über die Muttermilch Abwehrstoffe (maternale Antikörper) auf, die sie vor der Virose schützen. Mit der Zeit verbrauchen sich diese Antikörper und das Immunsystem des Welpen muss eine Eigenproduktion beginnen. Das wird durch die erste Schutzimpfung erreicht. Infiziert sich der Hund in der " immunologischen Lücke" zwischen diesen beiden Phasen, erkrankt er mit ziemlicher Sicherheit. Gefährdet ist er auch noch nach der ersten Impfung, die mit 6 bis 8 Wochen erfolgt. Hier reicht die produzierte Antikörpermenge einfach noch nicht aus, um einer Infektion standzuhalten. Erst nach der zweiten Impfung ca. einen Monat später hat der junge Hund wirklich Impfschutz. Jetzt ist die Grundimmunisierung, wie wir sie nennen, abgeschlossen.
Da Antikörper mit der Zeit abgebaut werden, ist es wichtig, das Immunsystem regelmäßig zu "stärken". Eine jährliche Wiederholungsimpfung der Parvovirose ist daher empfehlenswert.
Wenn Deine Freunde sich wieder einen Hund zulegen wollen, Susanne, solltest Du ihnen das unbedingt erklären. Denn mit "Parvo" ist wirklich nicht zu spaßen.